Auf dem
Weg in die nächste Dimension gelangt Clemens Kuby tief
in den peruanischen Amazonas-Dschungel. Hier liegt ein
Camp besonderer Art: Yushin Taita. Gemeinsam mit einer
österreichischen Gruppe besucht Clemens Kuby den
Schamanen Don Agustin Rivas Vasquez. Mit dabei ist
Maria. Sie hat Leberkrebs. Maria und die Gruppe
durchleben mehrere Reinigungsrituale. Ein Schlammbad
färbt die Haut blau und Pflanzensäfte sollen den Körper
entgiften. Die Gruppe verschwindet in den mit
Palmenblättern abgetrennten Reihentoiletten und wundert
sich, wie viel Gestank zivilisierte Menschen erzeugen
können. Don Agustin lässt sie teilhaben an der Kraft
seiner Freunde, den Pflanzen. Maria erlebt einen
Wendepunkt. Don Agustin saugt an ihrem Körper und
beschreibt den Krebs als giftigen Staub in seinem Mund.
Er spuckt ihn aus. In einer nächtlichen Zeremonie kommen
Marias verschüttete Seelenqualen an die Oberfläche. Zwei
Jahre später erzählt sie rückblickend von ihren Gefühlen
in Yushin Taita. Sie offenbart ihre anfänglichen Zweifel
an den fremdartigen Ritualen im Camp und die psychischen
Qualen, die sie durchlebte. Doch danach fühlt sie sich
"stark wie ein Baum und voller Energie". Zurück in
Österreich raten ihr die Ärzte, ihre Wiedergeburt zu
feiern. Denn Maria ist vom Krebs geheilt.
Ist Maria ein Einzelfall? Um das herauszufinden macht
Clemens Kuby in Bagio auf den Philippinen einen
Selbstversuch. Im Chaos des Busbahnhofs weist ihm ein
Taxifahrer den Weg zu einem bekannten Heiler. Laurence
Cacteng steht in der Tradition der Chirurgen ohne
Messer. Er operiert mit bloßer Hand. Sein Wartezimmer
ist voll. Obwohl keine Schreie aus dem Behandlungsraum
zu hören sind, lässt Clemens Kuby den anderen Patienten
gerne den Vortritt. Es heißt zwar, es blute nur wenig.
Doch mulmig ist ihm trotzdem zu Mute, als er auf der
Pritsche liegt, um sich wegen eines ehemaligen
Wirbelbruchs behandeln zu lassen. Langsam bohren sich
die Hände des Heilers in seinen Rücken. Blut und
organische Partikel quellen hervor. Für den Patienten
fühlt es sich an wie eine leichte Massage. Laurence
Cacteng befreit Kuby durch die Kraft seines Geistes und
mit Hilfe seines starken Glaubens von kranken Zellen,
seelischem Ballast und Blockaden. Seine Energiearbeit
wird durch das Blut nur versinnbildlicht und hat so eine
stärkere Wirkung auf die Psyche des Patienten.
Der Chirurg ohne Messer baut wie die anderen Schamanen
und Geistheiler offenbar auf die von der Gehirnforschung
bestätigte Funktionsweise des Gehirns. Die Sinnesorgane
sind nur zu einem sehr geringen Teil an dem beteiligt,
was die persönliche Wahrnehmung ausmacht. Der Rest der
Wahrnehmung ist davon bestimmt, durch welche Brille man
schaut, welchen Vorurteilen, Weltanschauungen und
Stimmungen man anhängt. Die wichtigste Eigenschaft des
Gehirns ist, die eigene Wirklichkeit zu erschaffen.
Dafür nimmt es Informationen, die zu über 90 Prozent aus
dem eigenen Fundus stammen. Weniger als 10 Prozent der
nötigen Informationen kommen über die Sinnesorgane von
außen. Also muss das, was für wahr gehalten wird, bei
jedem etwas anderes sein.
In Russland trifft Clemens Kuby auf einen Mann, der mit
seinen geistigen Fähigkeiten schon viele Menschen
geheilt hat. Heute ist der Atheist nur noch daran
interessiert, diese geistigen Kräfte des Gehirns
wissenschaftlich zu beweisen. Evgeni Bondarenko und sein
Sohn Igor führen dafür ein Experiment in einem aus
Stahlplatten gebauten Keller in der Wildnis nahe der
finnischen Grenze durch. Evgeni hat einen Sensor
entwickelt, dessen Frequenzen mit Hilfe einer
amerikanischen Software in digitale Signale umgewandelt
werden. Die Uhren werden abgeglichen, alle verlassen das
Haus. Die Stahltüren werden verschlossen, damit der
Sensor sich wie in einem Faradayschen Käfig befindet. In
weiter Entfernung konzentriert sich Evgeni auf den
Sensor und notiert den exakten Zeitpunkt. Nach
physikalischen Gesetzen dürfte nichts bei dem Sensor
ankommen. Doch das Zeitprotokoll von Evgenis
Konzentrationsarbeit und die Empfangsdaten des Computers
stimmen exakt überein. Weder Evgeni noch moderne
Physiker können erklären, um welche Art Strahlung es
sich hierbei handelt. Doch die Existenz und Stärke der
Strahlung sind jetzt technisch nachgewiesen.
Ein anderes, unerklärliches Phänomen lockt Clemens Kuby
nach Nepal. Das eigene Bewusstsein kann sogar einer
anderen Wesenheit Platz machen. Lhamo Dolkar ist eine
alte, gutmütige Hausfrau, die in Trance fast täglich
eine selbstbewusste, starke tibetische Gottheit in ihrem
Körper empfängt. Sie verzieht ihr Gesicht wie unter
starken Schmerzen, wenn das göttliche Wesen von ihr
Besitz ergreift. Um der Gottheit gerecht zu werden,
kleidet sie sich entsprechend und fleht um die Vergebung
ihrer Missetaten. Dann saugt sie die Krankheiten ihrer
Patienten über ein kleines Rohr oder mit dem Mund aus
den betroffenen Körperstellen. Sie bearbeitet das Knie
von Clemens Kuby an der immer noch problematischen
Stelle einer früheren Miniskus-Operation. "Muss das so
weh tun?", denkt er. "Braucht mein Bewusstsein diesen
Schmerz, damit es von der Behandlung überzeugt ist und
das Notwendige in meinem Gehirn veranlasst, damit mein
Knie geheilt wird?" Lhamo Dolkar spuckt den
herausgesaugten, schwarzen Schleim in eine Schüssel und
schimpft über die Verfehlungen ihrer Klientel. Doch sie
ist schon friedlicher geworden, seit der Dalai Lama sie
gesegnet und anerkannt hat. Nachdem die Gottheit das
Bewusstsein des Mediums verlassen hat, sinkt es
erschöpft auf seiner Matte zusammen und Lhamo Dolkar ist
wieder die einfache Tibeterin, die sich an nichts
erinnert. Und das behandelte Knie des Regisseurs ist
seitdem schmerzfrei.
Nur zwei Flugstunden weiter in Rangoon, der Hauptstadt
von Burma/Myanmar verfolgt Clemens Kuby die Spur eines
Universal-Heilmittels. Sayagyi U Shine führt die
Herstellung von Gold Ash Powder vor. In einem
komplizierten Verfahren schmilzt er zehn verschiedene
Metalle und mischt sie mit vergorenen Früchten und
Kräutern. Unabhängige Institute haben das Heilmittel auf
giftige Spuren der Metalle untersucht und nichts
nachweisen können. Ein Aidskranker aus Bangkok ist zu
schwach, um aus dem Taxi zu steigen. U Shine gibt seinen
Geschwistern genügend Gold Ash Powder mit auf den Weg.
Eine an Aids erkrankte Frau kommt drei Monate nach ihrer
ersten Behandlung zu U Shine zurück und zeigt den
aktuellen, negativen HIV-Test ihres Krankenhauses. Eine
junge Tänzerin klagt über epileptische Anfälle, die
immer dann auftreten, wenn ein Mann sie begehrt. U Shine
schaltet mit einer Bewegung des Zeigefingers ihr
Bewusstsein aus. Hervor tritt ihr eifersüchtiger Ehemann
aus einem früheren Leben. Sayagyi U Shine vermittelt.
Sie muss versprechen, noch eine Weile Jungfrau zu
bleiben. Damit ist der fremde Geist besänftigt und das
Mädchen lächelt zufrieden.
Clemens Kuby wird auf einer Versammlung von Schamanen in
Deutschland Zeuge, wie andere Heilmethoden überhaupt
keine Medizin oder Eingriffe brauchen. Hi-Ah Park, eine
koreanische Schamanin, Manshin genannt, heilt allein
durch ihren Tanz. Uwe hat keine Ahnung, wieso sie
ausgerechnet ihn aus dem Publikum herausholt. Er will
mit solchem Zeug, nichts zu tun haben und ist rein
zufällig hier. Die zierliche Frau weiß ihre Kräfte
einzusetzen und zähmt seine Fluchtimpulse. Hi-Ah Park
tanzt um und auf Uwe, fleht seine verletzte Seele
herbei, gebärt sie, nimmt ihren Schmerz auf sich und
schreit ihn heraus. Viele andere Schamanen sind im Raum
anwesend, unterstützen sie teilweise durch ihre Energie
und Musik oder wenden sich missbilligend von ihr ab.
Tiere machen sich, ähnlich wie vor einem Erdbeben, laut
bemerkbar und die Situation wird dramatisch. Das Licht
geht aus, bis der inzwischen todgeglaubte junge Mann
wieder zu sich kommt. Noch etwas verunsichert strahlt er
über das ganze Gesicht. Zwei Tage später erzählt er über
seine Erlebnisse und sein Gefühl, seinen Körper
verlassen zu haben. Er hat eine neue, positive
Einstellung zum Leben gewonnen, fühlt kein Bedürfnis
mehr, Drogen zu nehmen. Selbst eineinhalb Jahre später
hat sich daran nichts geändert. Nicht einmal Zigaretten
hat Uwe seitdem angerührt. Das Erlebnis mit Hi-Ah Park
hat ihm die Angst vor dem Tod genommen. Die Schamanin
hat ihn eine Liebe erfahren lassen, die keine
Bedingungen stellt. Nicht einmal die, den anderen zu
kennen: "Und ich hoffe, dass die Menschen anfangen zu
begreifen, dass Medizin nicht nur chemische Medizin ist.
Gott gab uns die Fähigkeit, uns selbst zu heilen."
Clemens Kuby zur Produktion
Nach zehn Filmen zum Thema Buddhismus war es für mich an
der Zeit, spirituelle Wege anderer Kulturen zu zeigen,
denn kein Weg ist wahrer als der andere, jeder hat
subjektiv seine Berechtigung. Das sehen die Anhänger
eines bestimmten Weges oft nicht so. Vielfach verlangten
sie bei den Dreharbeiten zu UNTERWEGS IN DIE NÄCHSTE
DIMENSION, dass sie, wenn sie schon in einem Film unter
anderen erscheinen, dann zumindest an letzter Stelle
stehen, sozusagen als die Krönung der spirituellen
Suche. Doch mir geht es mit diesem Film nicht darum,
einen bestimmten Guru zu propagieren. Der Film ist ein
Plädoyer für mehr Toleranz gegenüber Andersgläubigen und
für die großen potentiellen Kräfte, die in jedem
Menschen vorhanden sind. Auf welchem Weg der Einzelne
sie entfaltet, ist seine ganz persönliche Entscheidung.
Entsprechend unterschiedlich reagieren die Zuschauer auf
die sechs gezeigten Wege im Film.

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Interview
mit Clemens Kuby:
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Der Regisseur Clemens Kuby
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