In seiner Kino-Dokumentation
besucht Clemens Kuby sechs
Menschen in sechs Kulturen
mit besonderen Fähigkeiten.
Man nennt sie Schamanen,
Seher oder Geistheiler.
Sie stehen für etwas, das von
einem rationalen Weltbild aus
gesehen als ver - rückt gilt.
 


 

Religionen, Völker und Zeiten: Es gibt etwas jenseits der körperlichen Sinne. Und das menschliche Bewusstsein ist größer, als von der Wissenschaft bislang beschrieben. Die Frage, ob das, was allgemein als wirklich bezeichnet wird, tatsächlich wirklich ist, wird von Philosophen und Wissenschaftlern in den verschiedensten Bereichen kontrovers diskutiert.

In den 80er Jahren kam in der Gehirnforschung und der Neurophysiologie, die Theorie des Radikalen Konstruktivismus auf: Die wichtigste Eigenschaft des Gehirns ist es, die eigene Wirklichkeit zu erschaffen. Dafür nimmt es über 90 Prozent der Informationen aus dem eigenen Fundus und nicht über die Sinnesorgane von außen auf. Also muss das, was für wahr gehalten wird, bei jedem etwas anderes sein. Das Gehirn weist den an sich bedeutungsfreien neuronalen Prozessen die Bedeutung erst zu. Raum und Zeit sind notwendige kognitive Ideen, aber keine erfahrbare Wirklichkeit. Die Unterscheidung von Innen und Außen existiert nur im Gehirn; ein Ich ist im Gehirn nicht nachzuweisen. Das separate Ich ist nur Einbildung.

Die Schamanen, Seher und Heiler in diesem Film, arbeiten nach dieser Erkenntnis. Ihr Verständnis davon ist das Eins-Sein. Es gelingt ihnen sich vollkommen mit ihrem Patienten zu verbinden und in ihm Prozesse auszulösen, die zur Selbstheilung führen. Denn in der Seele beginnt jede Krankheit und jede Heilung. Entscheidend ist nicht, was diese Geistheiler äußerlich tun und anwenden, sondern welche innere Verbindung zwischen ihnen und ihren Patienten entsteht. Deshalb ist Vertrauen die Voraussetzung für ihren Erfolg. Erst dann kommuniziert Seele zu Seele.

 



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Der Regisseur Clemens Kuby

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