Interview mit Agustin
Rivas Vasques
Tonbandabschrift eines Gesprächs, das Peter Arp am 18.
Mai 1994 mit Agustin Rivas führte. Das Bandmaterial
bildet die Grundlage für eine Sendung des
Österreichischen Rundfunks, ausgestrahlt Ende Juni 1994.
Übersetzung: Thomas Schindler
Agustin Rivas:
Dies ist die Jamado, ein Instrument, das den Bauern des
Urwalds hilft. Es sind schamanische Trommeln aus der
Gegend des Amazonas. Ich möchte mich damit an das Herz
der europäischen Menschen wenden.
(Musik)
Das ist die Art und Weise, wie die Bauern am Amazonas
ihre gemeinsamen Tätigkeiten begleiten, die dort, wo man
keine Maschinen hat, noch mit der eigenen Muskelkraft
das Leben bewältigen müssen und sich dabei gegenseitig
behilflich sind. Sie fällen Bäume und bauen Brücken um
über Flüsse zu kommen. Sie haben seit ihrer Kindheit das
ganze Leben über ohne Technik gelebt. Sie gebrauchen
Macheten um sich den Weg im Urwald und ihre
Anbau-Parzellen frei zu schlagen, um auf einfachste
Weise überleben zu können, ihre Kinder aufzuziehen und
zu erziehen. Die Kinder gehen nur drei Jahre zur Schule
um danach ihren Eltern auf dem Feld zu helfen.
In der Zeit meiner künstlerischen Betätigung habe ich im
Urwald viel gelernt. Vor allem habe ich gelernt, Gefühle
zu haben. Dieser künstlerischen Tätigkeit ist es zu
verdanken, dass ich heute nach Europa und den
Vereinigten Staaten reisen kann, wo ich mich mit der
Hilfe von Freunden und der eigenen Arbeit für diese
Ideen der landwirtschaftlichen Wiederaufforstung des
Urwaldes einsetze. Auf diese Weise kann man der
Peruanischen Regierung helfen.
Wir sind durch eine harte Zeit des Terrorismus und des
Drogenhandels gegangen, in deren Folge in Peru ein
allgemeiner Verfall eingesetzt hat.
Unter diesen Bedingungen habe ich meine Ideen der
Regierung zur Kenntnis gebracht. Sie waren ganz meiner
Meinung, dass sowohl von Seiten der Regierung
Entscheidungen getroffen werden müssen, als auch Hilfe
erfolgen sollte, etwa von den Freunden in Österreich und
Salzburg, denen ausreichende Möglichkeiten zur Verfügung
stehen, und die helfen sollten, dieses Projekt zu
verwirklichen.
Ich bitte darum diese österreichische Initiative, unser
Projekt den Menschen in Österreich zur Kenntnis zu
bringen und uns dabei behilflich zu sein, die Region des
Amazonas zu schützen, die sozusagen die Lunge der Welt
ist. Diese Problematik betrifft die ganze Welt. Es wäre
nicht richtig, wenn wir es zulassen, dass die Selva, der
Urwald, dafür missbraucht wird, um darin Kokain
anzubauen. Es ist viel wichtiger, die Wiederaufforstung
der Selva für unsere Kinder und Enkel zu betreiben,
indem wir sie in Zukunft auf sanfte Weise auch
landwirtschaftlich nutzbar machen, indem man die
Rodungen im Urwald mit Obstbäumen neu bewaldet. Die
Früchte dieser Bäume werden den Kindern und den
Ekelkindern und jeder weiteren Generation die in Zukunft
erscheinen wird, als Lebensgrundlage dienen.
(Harmonikamusik)
Dies ist eine meiner Liebesmusiken, ein Teil der
musikalischen Kunst, die die Sensibilität fördert. Die
gesamte Welt sollte darin vereint werden, in dem
Bestreben, diesen Planeten zu retten. Dieser Planet muss
die gesamte Fülle des Lebens auch für die Zukunft
bewahren. Es wäre wunderbar, die zivilisierte
Lebensweise ohne Krieg und Umweltbelastung weiter führen
zu können. Es ist wichtig, das Herz der Menschen so zu
bewegen, dass sie verstehen, dass sowohl eigenes
Wohlverhalten nötig ist, als auch konkrete Unterstützung
von positiven Projekten, die der gesamten Menschheit
nützen, und das mit ganzem Herzen.
Die Drogen müssen verschwinden. Sie bringen dem Menschen
gar keinen Nutzen, im Gegenteil, sie werden die ganze
Jugend degenerativ schädigen, wenn sie nicht beseitigt
werden. Laßt uns dieses globalen Übel beseitigen. Wir
wollen die Menschen dort vielmehr von ihren Schäden
kurieren. Aus diesem Grund habe ich Menschen im Urwald
gesammelt, die sich dafür entschieden haben, sich der
sanften Landwirtschaft zu widmen. Einerseits leben wir
selbst von unserem Anbau und stellen unser eignes Brot,
Honig u. dgl. her, wir verkaufen unsere Produkte aber
auch im unmittelbaren Umkreis den Konsumenten. Wir
können mit unserer Produktion aber auch zugleich das
Ausland beliefern.
Unsere neue Herstellungsweise wird der Welt viel Segen
bringen. Diese Anbauweise wird auch der peruanischen
Ökonomie behilflich sein. Unser Land hat sehr viele
Schulden zurückzuzahlen, was, wie ich meine, nicht
möglich sein wird. 25 Milliarden Dollar, die wir den USA
schulden, können nicht zurückgezahlt werden. Meine
Empfehlung ist daher, dass Fonds aus anderen Ländern
unsere neue Art von naturnahem Waldbau unterstützen. Als
Entwicklungshilfe, die mit dem Bewusstsein gewährt wird,
dass dieses Projekt sodann zum Wohle der gesamten Welt
aufgebaut wird. Amazonien ist ein wunderschöner Teil der
Erde und wir fordern, zumindest für den peruanischen
Teil des Urwaldes, dass dieser als die Lunge der Welt in
seiner ursprünglichen Schönheit für die Welt bewahrt
bleibt. Wir wissen alle, dass seit vielen Jahren in
großen Teilen des Urwaldes Raubbau betrieben wird. Es
wurde die gigantische Oberfläche von einer Million
Hektar gerodet, um auf dieser Fläche Kokain
anzupflanzen, das weder der Gesundheit noch dem Magen
dienlich ist.
Wir anderen wollen den Urwald stufenweise erst mit Mais,
mit Reis, Stangenbohnen, Zuckerrohr, Yuccas,
Bananenstauden neu begrünen. Dann mit Fruchtbäumen, die
zwar nicht von langer Lebensdauer sind, die etwa 15 bis
20 oder 30 Jahre alt werden. Ich habe auch andere Bäume
gefunden, die sechzig bis einhundert Jahre alt werden,
andere die zweihundert Jahre leben. Eine besondere Art
der Kastanien-Nuss kann das gigantische Alter von 2000
Jahren erreichen. Sie kommt aus Brasilien, aus dem Mato
Grosso. Sie ist bis in die Gegend der peruanischen Selva
verbreitet, in der ich wohne, dem Urwald des Amazonas.
Hier verarbeitet man diese Kastanien, auch maschinell,
zu unterschiedlichen Gerichten. Das ist der Baum, der
schlussendlich angebaut werden soll, nachdem die
verschiedenen Klassen von Nutzpflanzen angebaut wurden.
Die Nuss dieses Kastanienbaumes kann exportiert werden.
Ich glaube, dass sich dieser Baum sehr dazu eignet,
angebaut zu werden, auch weil damit kein großer
Arbeitsaufwand verbunden ist. Und unter diesen riesigen
Bäumen kann Kaffee angebaut werden.
Die Bauern warten nach langen Listen, sich an dieser
neuen Landarbeit zu beteiligen. Es bedarf lediglich
eines ökonomischen Impulses, einer einmaligen
Investition, um sie die ersten 6 Monate ernähren zu
können, bis die erste Maisernte verkauft werden kann.
An dieses Projekt können nach und nach dann weitere
Projekte gebunden werden. Vorerst wollen wir mit zehn
Familien beginnen, und um diese in der ersten Zeit zu
erhalten, bedarf es nicht so viel Geldes. Die größte
Schwierigkeit ist zur Zeit, den etwa 24 km langen Weg
zum Fluß so auszubauen, dass er mit einem kleinen
Lastwagen befahren werden kann, vom Arbeitszentrum weg,
von wo die Produkte ausgeliefert werden. Diese Ware muß
im kleinen Lastwagen oder mit dem Traktor nach Tamshyaku
zur Anlegestelle gebracht werden, wo das Volk lebt, zu
dem ich gehöre. Das ist etwa 4 Bootsstunden von Iquitos,
einer Stadt mit 100.000 Einwohnern. Wir sind in
Verhandlung mit dem Bürgermeister von Iquitos, sowie dem
Präfekten des Gebietes von Loreto. Wenn sie es zulassen,
dass die Campesinos von Tamshyacu sich tatsächlich
organisieren, werden auch die Autoritäten von Iquitos
behilflich sein, diesen Weg herzustellen. Dies alles ist
sehr emotionell beladen und die Menschen sind sehr
dankbar.
Nun hat sich eine Gruppe von österreichischen Freunden
gebildet, um dieses Projekt zu unterstützen. Mein Freund
hier, Peter Arp hat viel Herz und menschliches
Bewusstsein bewiesen, dieses Hilfsprogramm zur
Unterstützung Perus bekannt zu machen. Wir werden uns
später darüber Gedanken zu machen haben, wie man in der
Verhandlung mit den Mächtigen zu argumentiert hat, und
warum viele andere Gegenden von Kokainanpflanzungen
überschwemmt wurden. Das Volk, unter dem ich lebe, hat
keinen Bedarf an dieser Drogen-Organisation, wir
brauchen wir sie tatsächlich nicht. Denn dort wo Kokain
angebaut wird, dort erscheint Terrorismus, und das ganze
Leben wir dadurch gestört. Das brauchen wir nicht. Es
ist eine Behinderung dieser ganzen Weltgegend. Zur Zeit
ist dieses Phänomen des Terrorismus aber in allen
Lebensgebieten auf dem Rückzug.
(Harmonika Musik, Panflöte, Magischer Arco der Selva
(Urwald), ein Obertoninstrument)
Diesen magischen Bogen habe ich in einer meiner Visionen
gesehen. Ich bin Künstler, und meine Visionen haben mir
dazu verholfen, meine Skulpturen zu verwirklichen.
Dieser Tatsache ist es zu verdanken, dass ich dann nach
Deutschland, nach Hamburg eingeladen wurde. Diese Ehre
wurde mir zuteil, als ich erstmals 1979 von der
Regierung eines europäischen Landes eingeladen wurde.
Erstes Interesse für die traditionellen Heilweisen
Aus dieser Zeit rührte auch mein erstes Interesse für
die traditionellen Heilweisen, der schamanischen
Überlieferung der Amazonasgegend, einer "weißen"
Heilmethode, der Heilmethode des Schamanismus
Amazoniens, des curandero. Ich konnte dieses Instrument
in meiner Vision sehen. Schließlich wurde es viele Male
verkauft und wird von vielen Menschen in der ganzen Welt
gespielt. Es hat drei Saiten, kann aber auch mit vier
Saiten bestückt werden. Diese werden gezupft. Mit dem
Mund wird die Resonanz dieses Instrumentes hergestellt.
(Oberton-Musik)
Diese Musik eignet sich gut zur Meditation. Diese Musik
zieht Geister an, sie ruft den Geist des Wassers, der
Luft, den Geist der Pflanzen. Diese können erkannt
werden, wenn man in völliger Stille verweilen kann und
die Gelegenheit hat, über eine der medizinischen
Pflanzen des Urwaldes zu meditieren. Diese Heilpflanzen
dringen in den Körper ein, gleich einem Vitamin und
fördern die unterschiedlichen Visionen. Sie sind es
auch, die uns lehren, auf welche Weise wir die Kranken
zu behandeln haben, wenn wir rational nicht mehr weiter
wissen. Diese Heilform beherrsche auch andere
naturheilkundige Ärzte, wie ich einer bin. Dies geht so
weit, dass wir unsere mentale Energie so konzentrieren
können, dass man hiermit heilen kann. Es gibt auch
Aberglauben: ich bin nicht abergläubig. Ich glaube
lediglich an einen höchsten Gott, ein höchstes Prinzip,
das heilt. Eine geistige Ebene, die das Denken lenkt.
Dies ist das Prinzip. Daher bin ich überzeugt, dass
alles, was zum Wohle des Menschen ist, sich
verwirklichen wird. Alles, was ich aus reinem Herzen
wünsche, wird mit Sicherheit gefördert.
Agustin Rivas, Bildhauer
Ich war lange Zeit im künstlerischen Bereich tätig. Ich
habe aus Bäumen, die ich gefällt habe, meine Skulpturen
geschnitzt. Als die deutsche Regierung diese zum ersten
mal gesehen hat, haben sie mich eingeladen, eine
Ausstellung in Hamburg zu machen.
Christusdarstellungen
Es gibt viele Christusdarstellungen. Es gibt eine
Christusdarstellung im Vatikan, beim Papst. Es gibt
Christusdarstellungen in den Kathedralen in Peru, in Rio
Maranion. Christus der Herr des Lebens, wie er in einer
der Städte an der Küste Perus genannt wird, in einem der
Orte für die ich eine Skulptur geschnitzt habe, die zum
Patronatsfest von "Christus dem Herr des Lebens"
gefeiert wird. Sie wird verehrt und gefeiert mit einer
Prozession, die jährlich stattfindet zu Christi
Himmelfahrt oder der Osterwoche. Monsignore Luis
Vambarenga Stelumente ist die Person, für die ich diese
Arbeit gemacht habe. Bisher hat dieser Christus in
Cimbote viele Wunder für die gläubigen Katholiken
vollbracht.
Andere Werke
Andere meiner Werke befassen sich mit weiteren Themen
der Mythologie und der Gesellschaft meines Volkes. Etwa
dem Motiv der Wasserträgerin. In Peru gibt es zumeist
kein fließendes Trinkwasser. Menschen müssen die Lasten
tragen. Meine Kunstwerke befassen sich mit diesem Typus
von Motiven, auch mit musikalischen Begegnungen und
dergleichen...
Heilklinik in Tamshyacu
Durch eine Unfall-Verletzung an beiden Händen musste ich
meine Tätigkeit als Bildhauer aufgeben. Seither übe ich
den Heilerberuf aus. Mit den sakralen Heilpflanzen des
Urwaldes habe ich erst Kinder, und später Erwachsene
behandelt. Zur Zeit habe ich eine Art Klinik in der Nähe
von Tamshyacu, dem Ort wo ich herkomme, auf einem Gebiet
von hundertundzwanzig Hektar mit Bäumen und
Heilpflanzen. Ich brauche den Urwald, als Nährboden für
meine Heilpflanzen. Daher schütze ich auch diesen
Urwald. Dieser Platz heißt Yushintaita, eine
Marschstunde von Tamshyacu, wo ich auch geboren wurde.
Jedes Jahr bekomme ich 5 bis 6 mal Besuch von Gruppen
aus den Vereinigten Staaten und auch aus Europa, Gruppen
von spirituell suchenden Menschen, die sich intensiver
mit dem Schamanismus beschäftigen wollen.
Unter den Schamanen gibt es verschiedenen Vertreter, von
denen sich viele mehr für die physische Belange der
Existenz interessieren. Wir haben alle Probleme mit dem
physischen Körper, den sogenannten Krankheiten. Diese
können durch Therapien, Diätkuren, Besuchen im Urwald,
Bädern, Behandlung mit natürlichen Erden, sogar Bäder in
Kuhmist behandelt werden. Damit werden die Übel, die wir
im Körper haben, diesem entzogen. In Yushintaita werden
unterschiedliche Therapien durchgeführt. Hier treffen
sich viele Heilbedürftige aus meinem Volk. Ich habe
nicht die Möglichkeit, bei mir Ärzte zu beschäftigen. Es
gibt ein kleines Spital in Tamshyacu, das selbst der
finanziellen Hilfe bedarf.
Stiftung "Tormenta Tropical"
Mit der Stiftung "Tormenta Tropical" haben wir eine
Autorität geschaffen, die die gestifteten Gelder
verteilt, die aus der Gruppenarbeit mit den Besuchern
aus den USA und den europäischen Ländern kommen.
Kunstschule
Es gibt hier auch eine Kunstschule, die der arbeitslosen
Jugend die Möglichkeit geben soll, sich zu beschäftigen,
Jugendliche, die sonst mittellos sind. In dieser Schule
in Tamshyacu male ich und betreibe Holzbildhauerei. Es
gibt hier ein größeres Holzgebäude, das mir durch die
Hilfe der Menschen zur Verfügung gestellt wurde, weil
ich Geld für das Errichten der Schule und des Hospitals
zur Verfügung gestellt habe. Ich unterstütze darüber
hinaus eine Menge Menschen mit meinem Geld. Ich kann das
Geld nicht für die Zukunft beiseite legen. Ich muß
arbeiten, ich kann tätig sein. Es bedeutet mir viel, das
Geld welches ich bekomme, zum Wohl der Bevölkerung zu
verteilen. Diese bedingungslose Hilfe kommt den
Bedürfnissen der Bauern zugute. Jede finanzielle
Unterstützung wird zum Wohle dieser Bevölkerung
eingesetzt.
Das landwirtschaftliche Projekt
Das landwirtschaftliche Zentrum wird, wie es mir
vorschwebt, Ingenieure, Handwerksmeister, Techniker,
Ärzte und sogar Professoren einbeziehen, die alle an
dieser Gemeinschaft teilnehmen. Während der Zeit seiner
Anwesenheit bekommt jeder Gast einen Jugendlichen
zugeordnet und jede einheimische Familie kann einen
ausländischen jugendlichen Gast aufnehmen, der so erst
einmal Grundlagen in Spanisch bekommt. Sodann wird er
vertraut mit der Technik, der Vorgehensweise der Arbeit
der Bauern im Urwald. Darüber hinaus kann der
Jugendliche, der zu Gast ist, am Kunstunterricht
teilnehmen und er kann sich bei der ersten Stufe der
Kinder oder Erwachsenen melden. Dies ermöglicht zugleich
den Einheimischen, mit dem Leben in Europa vertraut zu
werden. Die Kultur von hier und dort ist vollständig
anders geartet; alles, das Klima, der Boden, die
Menschen. Alles hier ist verschieden von den
Verhältnissen im Amazonas. Die Anbauweise ist sehr
verschieden zu jener von hier. Die Besucher die dorthin
kommen, lernen etwas Spanisch, sie werden mit der Kunst
vertraut und auch mit den landwirtschaftlichen
Anbauweisen oder mit anderen zu ihm passenden
Tätigkeiten jenes Ortes vertraut.
Für diesen Austausch von Jugendlichen bedarf es
finanzieller Unterstützung. Hierzulande gibt es viele
Menschen, die mit ihrem Glück nichts anzufangen wissen,
die nicht wissen, wohin mit ihrem Geld. Warum nicht
diese Jugendlichen unterstützen und sich damit für eine
gute Sache einsetzen. Hierin ist viel Arbeit
einzusetzen. Hiermit ist eine große
Arbeitsbeschaffungsmaschine möglich. Mit der Hilfe von
Regierung und von Privatpersonen aus Mitteleuropa, von
Journalisten und Zeitungen, die sich an dieser große
Bewegung beteiligen. Dies ist eine weltweite Bewegung,
es ist wichtig, das zu verstehen. Der Amazonas gehört
der ganzen Welt, er betrifft alle Menschen. Der Amazonas
ist die Lunge der Welt, daher ist es eines jeden Sache,
den Urwald zu retten, die Arbeitslosigkeit, die
Korruption, die Prostitution, den Terrorismus, den
Drogenhandel aufzuhalten.
Zuvor ist es jedoch nötig, die Ursachen der Probleme der
Arbeitslosigkeit, der Prostitution, des Drogenhandels
und des Terrorismus zu lösen. Das sind alles
Konsequenzen der Misere, in der wir in Peru leben. Die
ökonomischen Probleme, die Kriminalität und die
Korruption, die in unserer ehemaligen Regierung
geherrscht haben. Nun, in der gegenwärtigen Regierung,
die von dem Ingenieur Fujimori geleitet ist, wird mehr
Wert auf die Arbeit gelegt, die Probleme ein wenig
auszugleichen. Glücklicherweise ist der Präsident
Fujimori eine sehr intelligente Person. Er ist
landwirtschaftlicher Ingenieur und kommt aus Peru (und
nicht, wie es scheint, aus Japan) und kümmert sich sehr
um die Belange des peruanischen Volkes und kennt die
Belange unserer Agrikultur und Kultur in ihrem Wesen.
Unser Präsident hat, wie alle anderen auch, Probleme mit
anderen politischen Gruppierungen.
Die Mehrheit der Peruaner hält jedoch zu dem Präsidenten
Fujimori. Ich habe dem Präsidenten einen Vorschlag
gemacht. Unsere Probleme können, etwa mit Hilfe von
Österreich, gemildert werden. Das brennendste Problem
ist das der Drogen. Dieses Problem hat viele
Konsequenzen, die menschlichen Krankheiten
eingeschlossen. Die Vergnügungszentren, von denen Heroin
und die Drogen herkommen sind der Ursprung von Krankheit
und Elend im Amazonas. Doch auch die Umwelt wird
belastet, da die säurehaltigen Abfallprodukte, die bei
der Herstellung der Coca-Paste entstehen, in die
Gewässer (z.B. den Ukajali) gekippt werden. Diese Flüsse
gehören allen und sie werden verseucht. Es ist
notwendig, das Wasser der Flüsse, der Seen und der Meere
rein zu halten.
Unser Waldbau-Projekt ist eine sehr praktische, konkrete
Idee. Es gibt keine Gegenargumente gegen diese Idee.
Indem man eine Maßnahme ergreift, mit der den Menschen,
den Campesinos, Arbeit gegeben wird, ihnen Impulse
gegeben werden, können sie ihr Leben verbessern. Diese
landwirtschaftliche Initiative kann sich zu einer
Bewegung, einer kleinen Industrie entwickeln, was
wiederum der Welt helfen kann und allen Arbeit geben
kann. Durch Export und wirtschaftlichen Aufschwung, der
durch diese landwirtschaftliche Bewegung ausgelöst
werden kann. Alle Bürgermeister und Politiker sollten
sich dafür einsetzen. Es liegt auf der Hand, es gibt
keine andere Möglichkeit der Lösung.
Ich habe viel über dieses Projekt nachgedacht und auch
in Peru darüber gesprochen. Ich bin sozusagen ein nicht
anerkannter Botschafter. Ich habe nicht eine Bewilligung
der Regierung, um für dieses Projekt um finanzielle
Hilfe zu werben. Ich bin lediglich ein guter Peruaner.
Doch wenn es nötig sein wird, kann ich dies auch
öffentlich bekannt machen: ich werde mich an den
Rundfunk wenden, damit dieses Projekt bekannt wird,
womit der Amazonas-Region geholfen werden kann. Dies
wird ein Beispiel für andere Nationen sein. Österreich
wird dafür beispielgebend sein, was auch China und Japan
durchführen kann, Italien oder Frankreich, die USA. Die
Amazonas-Region birgt eine Vielfalt von Möglichkeiten,
die für alle Menschen nützlich sein kann.
Wir brauchen viele Projekte, viel Einsatz von Ärzten,
Anwälten, Ingenieuren, die sonst sowieso arbeitslos
sind. Auch Techniker können den Bauern auf dem Land
helfen, auch die landwirtschaftlich ausgebildeten
Ingenieure können den Bauern helfen, die Ärzte, sie
können ebenfalls die Bauern heilen. Auch die vielen
Professoren können die Landwirte unterrichten und sie in
ihrer Arbeit unterstützen. Dies ist die Nahrung, und
nicht die Droge, welche den Kindern für ihr Leben
mitgegeben werden soll, damit sie kräftig und gesund
aufwachsen können. Die Pflanzen sind es, mit denen sie
wachsen können, der Mais etwa, der hier angebaut werden
soll.
Brief des Leiters der peruanischen Streitkräfte an
Agustin Rivas
General Nicolas de Bari Hermosa Rios, Präsident der
peruanischen Streitkräfte, hat mir einen Brief der
Anerkennung meiner Tätigkeit geschrieben. Er ist ein
Freund, mit dem ich in Tamshyacu zusammen zur Schule
gegangen bin, das ist der Grund, warum ich die
Gelegenheit bekam, mich mit ihm zu unterhalten.
Er schreibt mir:
Geehrter Freund,
Agustin Rivas,
Diese Zeilen mögen Dir meine Zuneigung versichern mit
denen ich meine freundschaftlichsten Grüße übermitteln
will. Ich habe mich gefreut Deine Postkarte zu erhalten
und zu wissen dass Du während deinen Reisen in Europa
und Amerika die Menschen mit deiner Kunstfertigkeit und
der Heilweise unserer Region vertraut machen kannst.
Obschon es mir leid tut dass Dein Haus (das erste
Zentrum, wurde von Terroristen vernichtet) verloren hast
und damit die Möglichkeit Deiner Persönlichkeit, die
Fähigkeiten der Kunst auszuüben. Doch bin ich davon
überzeugt dass Du Deine optimistische und
zuversichtliche Art nicht verlieren wirst.
Mit Verständnis und der Bereitschaft all die Erlebnisse,
durch die unser Volk gegangen ist, insbesondere in der
Region des Amazonas. Ich beglückwünsche Dich für Dein
fortgesetztes Bemühen um Lösungen.
Während der Jahre und der langen Laufbahn meiner
Karriere war es mir gegeben, auf eine höhere Ebene im
militärischen Bereich aufzusteigen. Ich bin mir zugleich
meiner großen Verantwortung in der schwierigen
Lebenslage unseres Landes bewusst, in der wir nicht nur
die harten Konsequenzen der Wirtschaftskrise zu ertragen
haben, sondern auch den Schaden durch den Terrorismus
und den Drogenhandel.
Wir hoffen, dass wir, solidarisch vereint, als ganzes
Volk dieser Unbill und diesem inneren Feind begegnen
werden und auf diese Weise die uralte nationale
Friedfertigkeit wiederherstellen können um das
Wohlergehen Perus zu mehren.
Ich schätze Deine kreativen Vorschläge und ich leite sie
den entsprechenden staatlichen Stellen weiter.
Mit dem Wunsch, Dich auch persönlich bald wieder sehen
zu können, bitte ich Dich hiermit, die Versicherung
meiner unvergänglichen Freundschaft zu empfangen
Nicolas de Bari Hermos da Rio
Landwirtschaftlicher Ablauf des Projektes
Zuerst kommen Pflanzen wie Mais, Reis, Bohnen und das
Gemüse, die zur Reifung 4 oder 5 Monate brauchen. Andere
Pflanzen, insbesondere Fruchtbäume wie die Yucca, die
Bananenstauden und die Pinien, die zur Reifung ein bis
vier Jahre brauchen folgen daraufhin. Weiters pflanzen
wir Zitrusfrüchte, Zitronen und Orangen, auch
Avocadobäume, eine Palmenart, sowie Guavas, Bäume, die
20 Jahre alt werden.
Auf dem gleichen Anpflanzungsgebiet werden zugleich auch
jene Bäume angepflanzt, die später reifen. Es gibt
weiterhin Bäume, deren Wachstum 60 Jahre dauert: der
Umari, Caimitos, die Macambos und die Guanavanas; dies
sind alles Bäume, die für die Amazonasregion
charakteristisch sind.
Wir haben eine Menge fünfzigjähriger Bäume. Die 50 bis
60-jährigen Kastanienbäume die wir dort kennen sind
schon richtig große Bäume. Sie sind vorerst die
Mittelstufe jenes gleichen Anbaugebietes, auf dem erst
der Mais und die anderen Nutzpflanzen wachsen. Bäume,
die etwa 30 bis 40 Meter hoch werden, müssen so weit
voneinander angepflanzt werden, dass ihre Äste sich im
ausgewachsenen Zustand nicht gegenseitig behindern.
Zugleich schützen sie die unteren Pflanzen vor der
übergroßen Sonneneinstrahlung. Denn darunter wird Kakao
und Kaffee angebaut. Diese Kastanienbäume, von denen ich
spreche, die heute vielleicht 60 Jahre alt sind, können
bis zu 2000 Jahre alt werden! Diese Bäume tragen eßbare
Früchte, die immer nachwachsen und sie bewalden zugleich
den Urwald neu. Es wird hiermit ein natürliches
Anbaugebiet geschaffen, welches zugleich Nutzanbau ist,
der Früchte trägt. Diese Kastanien, große Bäume, eignen
sich für viele Zwecke: für die industrielle Verarbeitung
als aseites und Kastanienmus u.dgl.
Schließlich wird die Erweiterung dieses Anbaugebietes
aus den ersten Parzellen, wenn diese so weit sind, in
weiteren Bereichen verwirklicht, so dass, sobald ein
Anbaugebiet sich soweit stabilisiert hat und
herangewachsen ist, die Neuanpflanzung von Bäumen in
einem weiteren Gebieten stattfindet. Dies ist in großen
Zügen die Vorstellung.
Diese Produktion wird zugleich einen Überfluß des
Anbaues beinhalten. Man wird ihn exportieren können.
Alle diese Produkte werden nicht nur ein gutes, sondern
ein sehr gutes Leben ermöglichen. Dies aus dem einfachen
Grund, weil es Gesundheit birgt: die gesundheitliche und
technische Betreuung und Überwachung, Es wird die
kulturelle Abwechslung durch kulturelle Verbindungen mit
anderen Ländern und Menschen vorhanden sein. Dies wird
zu einer weltumspannenden, landwirtschaftlichen Bewegung
werden.
Durch den Anbau dieser Pflanzungen kann man auch Tier
halten. Hühner, Schweine, algunas, obechas. Auch die
Tiere werden durch diese Produktion begünstigt werden.
Die Abfälle des Pflanzengutes stehen den Tieren zur
Verfügung.
Man wird verschiedene Maschinen für die Bearbeitung der
Erde brauchen. Auch die Städte wie Iquitos werden auf
diese Weise ihre Möglichkeit zum Leben wiedererlangen.
Frage nach seinem persönlichen Schamanischen Weg
Schon als ich klein war, erinnere ich mich, war ich
beeindruckt von den Schamanen, die mit Pflanzen heilen.
Wir hatten keine Ärzte in jener Zeit. Die Menschen die
unter schwereren Krankheiten litten, wofür es des Arztes
bedurfte, hatten lediglich die Möglichkeit, entweder zu
sterben oder sich weit weg, in eine Stadt zu begeben, wo
es möglicherweise einen Arzt gab. Während meiner
Kindheit lernte ich schon, wie man mit Pflanzen heilt.
Ich lernte indem ich heilte.
Seitens meiner Mutter, die von den Inkas abstammt,
erwarb ich das Wissen, das unser Volk traditionell
weitergibt. Mein Vater ist Spanier und daher vereinige
ich in mir die beiden Traditionen, jene der spanischen
und jene der Inkavorfahren. Mit der Zeit bekam ich eine
immer stärker werdende Neigung zu den Künsten, der
Malerei und Bildhauerei, um Bildhauer zu werden.
Ich habe viele Jahre im Tischler- und Ebenholzhandwerk
gearbeitet. Zugleich war ich auch Gastwirt. Ich führte
ein Restaurant. Drei Jahre war ich in einem Krankenhaus
tätig. Danach ließ ich mich in Pucallpa nieder. Als ich
mit dem Tischler- und Bildhauerhandwerk aufhörte, führte
ich ein eigenes Restaurant.
Während der Zeit, als ich Bildhauer war, war es mein
Bestreben, die Künste tiefer zu verstehen. Obschon ich
nicht regelmäßig eine Kunsthochschule besucht habe,
besuchte ich die Schule für bildende Künste sozusagen
als Autodidakt.
Damals konsultierte ich schon Ärzte und Magier. Ich bin
bei einem Ayahuasca-Schamanen in die Lehre gegangen.
Während meiner Arbeit hatte ich Kopfschmerzen bekommen,
so dass ich meine Arbeit nicht mit ausreichender Energie
ausführen konnte. Meine Energien sind sozusagen
unterbrochen worden. Mit dem Einnehmen von Ayahuasca
sind meine Kopfschmerzen geheilt worden und ich erhielt
meine Energien vermehrt zurück. Unter dem Eindruck der
Visionen, die diese Heilpflanze in mir erweckten, begann
sich auch mein bildhauerischer Stil zu verändern. Dies
begeisterte mich sehr und in den Ayahuasca-Visionen
begann ich mehr zu verstehen und sah meinen weiteren Weg
darin, mich regelmäßig dieser sakralen Heilpflanze zu
widmen.
Ayahuasca seit Jahrtausenden die Königspflanze der
Inkamedizin
Damit ist eine sehr alte Art der Heilkunst verbunden,
die die Inka seit zehntausenden von Jahren praktizieren.
Dies hilft mir viel, da die Ayahuascapflanze die
Eigenschaft hat, energiespendend zu sein: man bekommt
mehr Energie, was etwa die Drogen nicht können.
Ayahuasca wird auch heute als die Königspflanze
betrachtet, als die Meisterpflanze für alle jene
Bereiche, die von den traditionellen Heilverfahren, vom
curanderismo, beeinflußt sind. Das ist der wesentliche
Ausgangspunkt des traditionellen Heilwesens in der
peruanischen Selva. Ayahuasca, der Saft des Todes, mit
dem man in der Lage ist, die Geister kennen zu lernen.
Dies ist ein okkulter Vorgang. Ayahuasca zieht sozusagen
wie ein Magnet die geistigen Kräfte an, nicht nur der
Erde, der Luft und des Wassers und der Tiere, alles
konzentriert sich um die Ayahuascavision. Mit der Zeit
wächst die Intuition des Ayahuasqueros, bis sich zuerst
das dritte Auge, das "Prana" öffnet. Vorausgesetzt, der
Körper und die Gesundheit jener Person ist hergestellt.
Die Seele der Pflanzen kennen lernen
Diese Heilweise setzt voraus, dass man sich auch mit
weiteren Heilpflanzen vertraut macht, die die Vision von
Ayahuasca nicht gewährt. Ayahuasca rät dir
beispielsweise: nimm ciricsanando, ein kleine Pflanze,
ein. Dann geht man für ein Monat in die
Abgeschiedenheit: man nimmt dann kein Salz, nichts Süßes
mehr zu sich, man ernährt sich lediglich mit Reis und
Bananen. Man hat keinen Kontakt mehr mit Familie, mit
Frauen, man ist völlig abgeschieden. Zum Abschluß dieser
Diät kennt der Schamane die "Seele" dieser Pflanze, eben
im Beispiel der ciricsanando. Man hat sozusagen die
Schlangenkraft dieser Pflanze erworben. Ciricsanando hat
die Eigenschaft alle neurotischen und rheumatischen
Kältezustände des Körpers zu heilen. Den Körper von
jeder Art der Krankheit zu heilen, dies ist der Weg des
schamanischen Heilens.
Es gibt noch andere Heilpflanzen, wie jene der
Uciosanango, Lorosanango, Logosanango, Ciuriacakicaspi,
Ayauma, Shiuauaco, Capiyona, Renaco, Uaqyracaspi,
Murcouasca. Eine davon wird jeweils zum Studium während
einer "Diät" ausgewählt. Diese Diät von einem Monat ist
sozusagen ein Opfer vor der Macht der Pflanze und des
traditionellen Heilens.
All jene, die wissen, wie die so wertvolle und effektive
Heilform der Homöopathie entstanden ist, können sich
vorstellen, wie diese alt überlieferte Initiation in die
jeweilige "Pflanzenseele" vor sich geht.
Die "Diät"
Man zieht sich in eine kleine Hütte im Wald zurück, wo
lediglich eine alte Frau oder ein Kind einen mit Nahrung
und dem Nötigen versorgt. Während der gesamten Diät,
dieses Rückzuges, darf man sich nicht der Sonne
aussetzen. Bestimmte Pflanzen setzen voraus, dass man
sich im Schatten befindet. Es gibt Diätformen, während
derer man sich nicht niederlegen darf, man kein Radio
hören darf oder nicht sprechen darf. Ruhe. Monate lang:
drei Monate, sechs Monate, es gibt solche "Rückzüge" die
bis zu einem Jahr dauern können. Während dieses einsamen
Studiums wird kein Salz gebraucht, lediglich Reis und
Bananen, eine bestimmte Art von Fisch(suppe) des
bochicicco. Dies ist der einzige Fisch, der während
dieses Studiums, während dieser "Diätzeit" verzehrt
werden darf.
Der Mensch, der hier dann aus dieser "Diät" wieder
herauskommt, ist transparent geworden, sein ganzes
Blutsystem ist gereinigt, seine Energien sind sozusagen
ersetzt durch die Energien jener Pflanzen. Die Elemente
dieser Pflanzen geben sodann die Kraft, mit der dann
geheilt werden kann.
In die Klinik, die ich gegründet habe, kommen viele
Menschen aus den Vereinigten Staaten sowie aus Europa.
Hier trifft man sich erst, um sich auf eine solche
Behandlung durch das Einnehmen von Ayahuasca
vorzubereiten.
Reinigung vor dem Ayahuasca-Ritual
Vor allem wird mit Hilfe eines weißen Saftes, der einem
Baum entnommen wird, der stark abführend ist, zuerst der
Magen gereinigt. Dieser Saft wird Oché genannt. Dies ist
allerdings nicht ungefährlich, da Menschen mit einem
Problem an der Leber daran sogar sterben können, da sie
diese stark angreift. Zwanzig Minuten nach dem Einnehmen
dieser Arznei muß man daher warmes, heißes Wasser zu
sich nehmen, viel heißes Wasser, vier bis fünf Stunden
lang. Dies reinigt die ganzen Eingeweide von Parasiten
aller Art.
Sodann beginnt man die Ayahuascasitzungen, die 7 Tage
lang dauern. Während dieser Zeit einer Woche wird der
gesamte Körper von seinen Krankheiten und Problemen
gereinigt. Ayahuasca heilt den gesamten Körper, bevor
andere Pflanzen, die ich genannt habe, eingenommen
werden. Dies sind Cataua, Lupuna, Cauapuri,
Ninacurucaspi, Ucujucusacia, Oje, Ciuracacicaspi. Es
gibt sehr viele solcher Pflanzen. Als ich Schamane
wurde, errang ich damit sozusagen den ersten Grad von
mehreren. Es ist wie beim Militär. Zuerst ist man
Soldat, dann Feldwebel usw. So ist es auch bei den
Schamanen. Es gibt verschiedene Grade der Einweihung:
medicuna, muraijio, muraja, alto-muraja, altomandomuraja
und banco. Es gibt sechs Grade, die ein Heilkundiger in
Peru innehaben kann. Der banco etwa hat die Fähigkeit
der Fernheilung erworben. Er kann sozusagen mit seinem
Denken heilen. (Die Parapsychologen nennen dies
Biolokation.) Ich habe diesen Rang des banco.
Formen des Heilens
Die einfachen Leute des Volkes haben vor allem kein
Geld, den Arzt zu bezahlen. Sie gehen daher zu dem
nächsten Heiler, der sie nicht so teuer zu stehen kommt.
Viele kommen mit psychischen Krankheiten, sie leiden
etwa unter Alkoholismus, oder an familiären Problemen.
Oder an Liebeskummer. Man hat sich getrennt und bittet
den Heiler um Hilfe. Hier ist die gesamte Heilkunst des
Schamanen gefragt. Vor allem Ayahuasca. Man lässt sie
speien, abführen und man lässt sie sich ausschreien.
Nach den Tränen und dem Gefühlsausbruch reinigen sie
durch Speien ihre Probleme, die sich um den Solarplexus
angesammelt haben, und die Sorgen und Nerven entspannen
sich wieder und kehren zu ihrem ursprünglichen Zustand
zurück.
Das ist weiße Magie
Bei der Heilung vermittels der weißen Magie wird nie
Schaden zugefügt. Wenn sich jemand an Gott, den Heiligen
Geist wendet, so wird seine Heilung erfolgen. Migräne,
Probleme mit dem Magen, Geschwüre, Krebs, alles kann
geheilt werden. Tuberkulose. Und dies mit Pflanzen: es
ist vergleichbar mit der Methode der Meditation. Mit
Gott, dem Geist, zu heilen, den wir kennen. Die
Ideologie verschiedener Klassen von Personen, die
jeweils an einen einzigen Gott glauben, ist richtig. Es
gibt tatsächlich einen einzigen Gott, davon bin ich
überzeugt. Die verschiedenen Sprachen dieser Welt haben
unterschiedliche Bezeichnungen dafür, dennoch ist es nur
ein einziger Gott.
Die Medizin kann man nicht ohne Wissen und Verantwortung
ausführen. Dies bedeutet, dass ein weißmagischer Arzt
die Anliegen seines Patienten sorgfältig beachtet. Ein
Schamane ist sich der Werte, die das Leben darstellt,
bewußt, der Schönheit und Natürlichkeit. Und dies kommt
in der Musik des Schamanen zum Ausdruck, in seinen
Tänzen. Vermittels der Musik vertreibt er die
Widersacher einer Zeremonie.
Heutzutage ist der Ayahuasca-Schamanismus auch in andere
Länder "transzendiert". Unter Philosophen, Psychologen,
Psychiatern, Ärzten und anderen Berufsgruppen ist diese
Heilmethode mittlerweile bekannt geworden. All diese,
die zugleich diese Medizin mit Wissen und Einvernehmen
seiner innewohnenden Gesetzmäßigkeit eingenommen haben,
sind damit geheilt worden. Ein jeder, der an
körperlichen Krankheiten leidet, kann, in natürlicher
Weise, davon geheilt werden, ganz gleich, ob diese nun
mit der wissenschaftlichen und akademischen ärztlichen
Heilweise oder vermittels den traditionellen
Heilverfahren behandelt wird. Es ist zudem wichtig, dass
diese Heilverfahren richtig beibehalten werden.
Ayahuasca, die Medizin
Wenn man diese Heilpflanze nicht richtig gebraucht, dann
ist es leicht möglich, dass sie in Verruf gerät.
Ayahuasca ist in ihrem reinen, natürlichen Zustand
einzunehmen. Ayahuasca bedarf keines chemischen
Zusatzes, damit das Bild und das Vertrauen, das ihr von
all den Menschen in der ganzen Welt entgegengebracht
wird, die es zu sich nehmen, rein und ungetrübt erhalten
bleibt. Wenn jemand diese Medizin so einnimmt wie sie
natürlicherweise entstanden ist, kann er davon nur
Gewinn haben.
Ayahuasca, die Heilpflanze
Ayahuasca ist keineswegs eine Droge. Ayahuasca ist ein
Auflöser von Problemen. Alle Probleme des Körpers stehen
mit den Augen in Zusammenhang. Daher wird sich auch jede
körperliche Krankheit in der Iris der Augen spiegeln. So
wie in der Irisdiagnose die unterschiedlichen
Krankheiten der Augen, des Hirnes, des Herzens, der
Lunge sichtbar werden, kann auch Ayahuasca die
verschiedenen Traumata von etwa Vergewaltigung, von
Hoffnungslosigkeit heilen. Der Schrecken etwa, den ein
Mensch empfindet, wird vom Solarplexus übernommen, von
wo aus er dem Zentralnervensystem übermittelt wird, wo
dieser Eindrucke sich in den Traumata festsetzen kann,
die Menschen haben können. Das Auge ist für das Sehen da
und daher kann auch Ayahuasca mit seinen Visionen
heilend wirken. Die Elemente von Ayahuasca sind positiv.
Es sind molekulare Kräfte, die etwa in die seelischen
Probleme eingreifen können, sie können sie heilen und
aus diesem Körper entfernen.
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